

Programm
24. November 2026 | 9:00 Uhr - 17:00 Uhr
Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Konferenzprogramm rund um die zentralen Themen Nachhaltigkeitsmanagement, Umweltmanagement sowie Soziales & Menschenrechte.
Im Plenum erwarten Sie inspirierende Keynotes, Fachvorträge und Diskussionsrunden mit Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis. Darüber hinaus können Sie Ihr Programm individuell gestalten und aus verschiedenen parallel stattfindenden Sessions die Themen auswählen, die für Sie am relevantesten sind.
Die ausführliche Programmübersicht finden Sie unterhalb der Grafik.

Nachhaltigkeitsmanagement im Wandel: Regulierung, Resilienz, Reorganisation
-Andreas Rasche (CBS - Copenhagen Business School)
In diesem Vortrag wird Prof. Andreas Rasche die sich wandelnde Landschaft der Nachhaltigkeitsregulierung in Europa und deren Auswirkungen auf Führungskräfte in Unternehmen beleuchten. Er wird die Bedeutung aktueller gesetzlicher Entwicklungen – darunter der Industrial Accelerator Act und der Circular Economy Act – analysieren und erläutern, wie diese Initiativen die Nachhaltigkeitsagenda der EU neu gestalten. Darüber hinaus wird der Vortrag den zunehmenden Druck zur regulatorischen Vereinfachung thematisieren, insbesondere mit Blick auf die Prozesse rund um die SFDR sowie Omnibus VIII und deren weitreichende Folgen für unternehmerische Nachhaltigkeit und Berichterstattung. Insgesamt wird er aufzeigen, dass die europäische Nachhaltigkeitsregulierung derzeit an einem Wendepunkt steht: Einerseits treiben neue Vorgaben die Transformation weiter voran, andererseits wächst der politische und wirtschaftliche Druck, Regelungen zu vereinfachen oder zurückzufahren.
Nachhaltigkeit in revidierten Managementsystemnormen - London Declaration und UN Sustainable Development Goals
-Thomas Votsmeier (DGQ), Kai-Uwe Kaiser (DQS), Linda Nissel (DGQ), Altan Dayankac (DQS)
Umsetzung in den Revisionen von ISO 9001-2026 und ISO 14001-2026 Anwendererfahrungen aus DGQ-Netzwerk Nachhaltigkeit rückt durch die London Declaration und die UN Sustainable Development Goals zunehmend in den Fokus von Managementsystemnormen. Mit den Revisionen von ISO 9001 und ISO 14001 im Jahr 2026 werden diese Anforderungen weiter konkretisiert. Was bedeutet das konkret für die Praxis? Im Gespräch mit drei Expert:Innen beleuchten wir die Neuerungen und geben Einblicke aus der Anwendung: •Thomas Votsmeier – Themenfeldleitung Normung, DGQ e.V.; deutscher Vertreter des DIN bei TC 176 zur Umsetzung in der ISO 9001 •Kai-Uwe Kaiser – DQS Experte zur Umsetzung in die ISO 14001 •Linda Nissel – Themenfeldleitung Nachhaltigkeit, DGQ e.V.; Praxisimpulse aus dem DGQ-Netzwerk
Ab dem 27. September 2026 gelten die strengen Vorgaben der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) verbindlich, die in Deutschland über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) die Regeln gegen Greenwashing verschärft. Pauschale Umweltaussagen wie „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ ohne detaillierte Belege gehören damit der Vergangenheit an. Zum Konferenztermin im November ist die Schonfrist vorbei. Thomas Sommereisen von Scholz & Friends Reputation zieht eine erste Bilanz nach dem Stichtag: Wie reagiert der Markt auf die neuen Regeln? Welche Erwartungen des Gesetzgebers wurden erfüllt und wo zeigen sich Abmahnrisiken? Auf Basis erster Praxiserfahrungen zeigt er auf, wie eine rechtssichere und zugleich glaubwürdige und wirksame Nachhaltigkeitskommunikation gelingt.
„Sorgfaltspflichten in Lieferketten digital umsetzen: Der SME Due Diligence Check von Catena-X"
-Dr. Piotr Warmbier (BMW Group)
Mit dem zunehmenden Fokus auf Lieferkettentransparenz und regulatorische Anforderungen stehen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor neuen Herausforderungen. Der SME Due Diligence Check von Catena-X verfolgt das Ziel, Sorgfaltspflichten entlang der Wertschöpfungskette standardisiert und digital abbildbar zu machen. Dr. Piotr Warmbier von BMW gibt Einblicke in die Entwicklung und praktische Anwendung des Ansatzes innerhalb des Catena-X-Ökosystems. Dabei zeigt er auf, wie datenbasierte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen die Umsetzung regulatorischer Anforderungen unterstützen kann. Der Vortrag beleuchtet Chancen, Grenzen und konkrete Erfahrungen aus der industriellen Praxis.
PAUSE
Scope 3 berechnet – und jetzt? Von Daten zu konkreten Maßnahmen
von IntegrityNext
Viele Unternehmen kennen ihre Scope-3-Emissionen – doch wie werden daraus konkrete Maßnahmen? Die Session zeigt, wie sich Emissions-Hotspots erkennen, Lieferanten gezielt einbinden und Daten Schritt für Schritt verbessern lassen. So entstehen aus CO₂-Daten konkrete Entscheidungen für Einkauf und Lieferkette.
„Nachhaltigkeit standardisieren? Was ISO 53001 leisten kann und was nicht"
-Prof. Linda Chalupova (Hochschule Fulda)
Die neue ISO 53001 soll Organisationen Orientierung für die systematische Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) geben. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob ein standardisiertes Managementsystem der Komplexität nachhaltiger Entwicklung tatsächlich gerecht werden kann. Prof. Dr. Linda Chalupová ordnet die Norm kritisch ein. Welche Chancen bietet ISO 53001 für Organisationen? Wo liegen ihre Grenzen? Und welche Zielkonflikte können entstehen, wenn globale Nachhaltigkeitsziele in Managementsysteme übersetzt werden? Auf Basis ihrer Mitarbeit im zuständigen ISO/DIN-Gremium verbindet sie wissenschaftliche Einordnung mit praktischer Erfahrung. Der Vortrag richtet sich an Unternehmen, Auditor:innen und Nachhaltigkeitsverantwortliche und bietet eine reflektierte Einordnung der ISO 53001 zwischen Anspruch, Umsetzung und Wirkung.
MITTAGSPAUSE
Paneldiskussion: „Zwischen Anspruch, Risiko und Realität: Nachhaltigkeitsmanagement 2026“
-Johanna Kleiwitz (AUDI AG), Julia Otten (frank bold), Rüdiger Senft (Symrise AG)
„Sozialaudits im Wandel: Fit für CSDDD und EUFLR“
-Dr. Thijs Willaert (DQS)
Sozialaudits gehören zu den wichtigsten Instrumenten zur Bewertung von Menschenrechts- und Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten. Doch neue regulatorische Anforderungen wie die CSDDD und die EU-Zwangsarbeitsverordnung verändern die Erwartungen an ihre Anwendung. Künftig wird weniger entscheidend sein, ob Audits durchgeführt werden, sondern wie sie geplant, umgesetzt und in unternehmerische Sorgfaltspflichten integriert werden. Der Vortrag zeigt, welche Anforderungen sich daraus für Auditprogramme, Auditmethoden und die Nutzung von Auditergebnissen ergeben und wie Sozialaudits Unternehmen dabei unterstützen können, wirksame menschenrechtliche Sorgfaltspflichten umzusetzen.
„ISCC PLUS – Zirkularität belegen statt behaupten Wie Unternehmen aus komplexen Materialströmen belastbare und auditfähige Nachweise machen“
-Dr. Thomas Schlüter (Dr. Thomas Schlüter & Team)
Mit ISCC PLUS wird der Übergang von fossilen zu nachhaltigen Rohstoffen und Produkten für Unternehmen vom guten Vorsatz zur überprüfbaren Realität: Nicht die Behauptung zählt, sondern der belastbare Nachweis über die relevanten Stufen der Lieferkette. Nachhaltigkeitseigenschaften, Herkunft und Mengen werden in komplexen Materialströmen so dokumentiert, dass daraus glaubwürdige, verifizierbare und auditfähige Aussagen entstehen. Im Mittelpunkt stehen typische Praxisfragen zu Rückverfolgbarkeit, Massenbilanz, Dokumentation und internen Kontrollen. Ein Vortrag für alle, die verstehen möchten, wie aus dem Schlagwort Circular Economy eine prüfbare betriebliche Praxis wird.
Verleihung der Sustainability Heroes Awards 2026
PAUSE
„Kinderarbeit in Lieferketten wirksam begegnen"
-Nadine Davidenko (Save the Children)
Save the Children Deutschland koooperiert mit Unternehmen, wenn es um die wirksame Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten in der Lieferkette geht. Besonders mit Blick auf Kinderrechte bietet die Organisation umsetzbare Lösungen, die vor Ort zu konkreter Veränderung für Kinder führen. Im Vortrag erfahren Unternehmen, welche Maßnahmen sich vor Ort bewährt haben, welche Maßnahmen keine Wirkung zeigen und welche Maßnahmen die Situation für Kinder sogar verschlechtern können.
„VSME kompakt: Warum sich der Standard auch ohne Berichtspflicht lohnt“
-Johanna Misslinger (DFGE)
Der Vortrag zeigt auf, warum der VSME-Standard für Unternehmen ohne direkte Berichtspflicht ein wertvolles Instrument ist. Denn der eigentliche Mehrwert von Nachhaltigkeitsreporting liegt nicht nur im fertigen Bericht, sondern vielmehr im Prozess selbst: Daten werden sichtbar, Zuständigkeiten klarer und interne Abläufe verbessern sich nachhaltig. Der VSME bietet dafür einen praxisnahen, kompakten Rahmen, der Unternehmen hilft, vorhandene Informationen gezielt zu strukturieren und strategisch zu nutzen. So wird Reporting zum Hebel für bessere Entscheidungen, mehr Transparenz und echte organisatorische Weiterentwicklung. Deshalb lohnt sich der Einstieg schon heute – unabhängig davon, ob aktuell eine Berichtspflicht besteht.
„Verifizierung von Product & Corporate Carbon Footprints“
-Sina Barragan (DQS), Lukas Betthäuser (DQS)
Sie befassen sich bereits mit dem Thema Corporate Carbon Footprint (CCF) oder Product Carbon Footprint (PCF) – oder möchtet dieses strategisch angehen? Dann bietet unsere Expertensprechstunde den idealen Rahmen, um Ihr Wissen gezielt zu vertiefen und offene Fragen praxisnah zu klären. In diesem Termin beantworten wir alle Fragen rund um die Corporate sowie Product Carbon Footprint-Zert – und Verifizierung und bieten Raum für den gemeinsamen Austausch zu Themen, die Sie beschäftigen. Darüber hinaus informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen, Neuigkeiten und Änderungen aus der Akkreditierungswelt sowie zu den relevanten Regelwerken.
Die Informationen zu Inhalt und Organisation der Sustainability Heros 2026 werden fortlaufend ergänzt. Schauen Sie daher regelmäßig vorbei!
Änderungen und Ergänzungen vorbehalten.